So baust du die Grundschicht im Stall mit Strohpellets richtig auf

Zurück | Pellets als Einstreu | 30.03.2026

So baust du die Grundschicht im Stall mit Strohpellets richtig auf

Man steht in der leeren Box und hat die Pellets vor sich. Man weiss, jetzt entscheidet sich mehr, als man denkt.

Wie viel braucht es eigentlich wirklich für eine gute Grundschicht?

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Am Anfang macht man oft den gleichen Fehler. Man denkt in Säcken statt in Wirkung.

Die Grundschicht ist nicht dünn gedacht, sondern bewusst aufgebaut

Die Grundschicht trägt alles, was danach kommt. Wenn sie zu dünn ist, funktioniert das System nicht. Wenn sie passt, wird vieles einfacher. Ein guter Richtwert ist:

  • 6 bis 8 cm Grundschicht im Stall

Das wirkt im ersten Moment viel. Ist aber genau das, was die Pellets brauchen, um zu arbeiten. In der Praxis bedeutet das ungefähr:

  • ca. 10 bis 14 kg Pellets pro m²
  • bei stark beanspruchten Flächen eher am oberen Bereich

Das ist kein fixer Wert. Aber ein ehrlicher Startpunkt. Wer darunter bleibt, merkt es fast immer später im Alltag.

So gehst du Schritt für Schritt vor

Zuerst wird die gesamte Fläche gleichmässig eingestreut. Nicht in Haufen, nicht punktuell. Dann wird verteilt, bis eine geschlossene Fläche entsteht. Wichtig ist, dass wirklich überall Material liegt. Keine zu dünnen oder offenen Stellen. Dann kommt der entscheidende Schritt:

Die Aktivierung.

Strohpellets brauchen Feuchtigkeit, damit sie aufgehen. Erst dann entsteht die eigentliche Einstreu. Als Orientierung kannst du nehmen: ca. 1 bis 2 Liter Wasser pro m². Das Ziel ist nicht, die Fläche nass zu machen. Sondern die Pellets leicht anzustossen. Die Oberfläche soll leicht gebunden wirken, nicht schmierig.

Zu wenig Wasser
→ Pellets bleiben hart und reagieren verzögert

Zu viel Wasser
→ Fläche wird nass und verliert Struktur

Oft reicht es schon, die Oberfläche leicht zu benetzen. Der Rest entwickelt sich über die Nutzung im Stall.

Nach dem Ausmisten: Wie wird richtig nachgestreut?

Das ist der Punkt, an dem sich entscheidet, ob das System stabil bleibt. Beim täglichen Misten werden nur die nassen Stellen entfernt. Der Rest der Grundschicht bleibt bewusst liegen. Danach wird punktuell nachgestreut. Nicht die ganze Fläche. Nur dort, wo Material fehlt. Die neuen Pellets kommen direkt in die offenen Stellen.

Muss man nachwässern? Meist nicht zwingend. In einem laufenden Stall reicht die vorhandene Feuchtigkeit oft aus. Urin, Luftfeuchtigkeit und die bestehende Einstreu aktivieren die Pellets von selbst. Wenn der Stall sehr trocken ist oder grössere Mengen neu eingebracht werden, kann ein leichtes Anfeuchten helfen. Mit der Zeit bekommt man ein gutes Gefühl dafür.

Woran du erkennst, ob die Menge passt?

Das merkt man nicht am ersten Moment, sondern im Ablauf. Wenn die Grundschicht stimmt:

  • die Oberfläche bleibt stabil
  • Feuchtigkeit bleibt in der oberen Schicht
  • beim Ausmisten bleibt viel liegen

Wenn sie zu dünn ist:

  • es wird schnell nass bis unten
  • man greift automatisch mehr Fläche
  • man muss früher nachstreuen

Das sind klare Zeichen.

Der häufigste Denkfehler

Man will am Anfang Material sparen. Das ist verständlich. Führt aber oft dazu, dass man später mehr verbraucht. Zu dünn gestartet heisst:

  • schneller nachstreuen
  • mehr Fläche ausmisten
  • unruhiger Ablauf im Stall

Am Ende ist der Aufwand höher.

Fazit

Die Grundschicht entscheidet nicht nur über die Einstreu. Sie entscheidet über den ganzen Arbeitsrhythmus im Stall. Mit etwa 6 bis 8 cm und rund 10 bis 14 kg pro m² hat man eine stabile Basis. Und beim Nachstreuen gilt: Gezielt ergänzen statt neu aufbauen.

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Jonathan Bumann von AgriPellets

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