Rechnet sich der Einsatz von Strohpellets im Stall?

Zurück | Pellets als Einstreu | 30.03.2026

Rechnet sich der Einsatz von Strohpellets im Stall?

Man schaut zuerst auf den Preis.
Was kostet die Tonne, was kostet der Sack.
Aber ist das wirklich die entscheidende Zahl?

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Im Stall läuft die Rechnung anders. Nicht auf dem Papier, sondern im Alltag.

Die eigentlichen Kosten von Strohpellets entstehen zwischen Einstreuen und Ausmisten

Viele vergleichen Stroh mit Strohpellets direkt über den Einkauf. Das greift zu kurz. Denn der Unterschied entsteht erst dazwischen.

  • Wie lange bleibt das Material liegen
  • Wie viel wird täglich bewegt
  • Wie stabil läuft der Stall

Langstroh wirkt günstig, weil der Einstieg tief ist. Aber es verteilt sich, vermischt sich und wird oft grossflächig entfernt. Strohpellets sind kompakter. Sie bleiben dort, wo sie gebraucht werden. Das führt dazu, dass weniger Material „einfach so“ verschwindet.

Wie viel Stohpellets braucht es wirklich

Damit man ein Gefühl bekommt, braucht es konkrete Zahlen. Für eine Pferdebox mit rund 10 bis 12 m²:

Grundschicht

  • etwa 100 bis 180 kg Pellets
  • je nach Aufbau und gewünschter Tiefe

Laufender Verbrauch

  • etwa 25 bis 50 kg pro Woche
  • also ungefähr 1 bis 2 Säcke

Das ist ein realistischer Bereich. Manche liegen darunter, andere darüber. Aber genau in diesem Feld bewegt es sich meistens. Entscheidend ist weniger die Zahl, sondern die Stabilität dahinter.

Der grösste Unterschied  zwischen Stroh und Strohpellets

Ein Punkt, der oft erst später auffällt. Mit Langstroh wird viel Material bewegt. Nicht nur das Nasse, sondern auch das Halbtrockene. Das führt zu:

  • mehr Volumen beim Ausmisten
  • mehr Transport
  • mehr Lagerbedarf

Mit Strohpellets bleibt mehr liegen. Es wird gezielter entfernt. Nur dort, wo es wirklich nötig ist. Das reduziert die Bewegung im System. Und genau das spart Aufwand.

Zeit ist kein Nebenthema

Viele rechnen nur Materialkosten. Zeit wird selten sauber mitgedacht. Aber gerade im Stall ist sie entscheidend. Wenn Abläufe ruhiger werden:

  • weniger Nachstreuen
  • weniger grosse Korrekturen
  • weniger „alles einmal neu machen“

dann entsteht ein gleichmässiger Rhythmus. Und der spart mehr, als man zuerst denkt. Nicht unbedingt Minuten. Aber Energie.

Eine einfache Einordnung in Zahlen

Wenn man es grob herunterbricht: Bei etwa 150 kg Verbrauch pro Monat und Box und einem Preis von rund 450 bis 500 CHF pro Tonne liegt man ungefähr bei:

60 bis 80 CHF pro Monat pro Box

Das ist ein realistischer Rahmen. Aber diese Zahl allein sagt wenig. Sie gehört immer zusammen mit:

  • Arbeitsaufwand
  • Mistvolumen
  • Stabilität im Stall

Wo der wirtschaftliche Vorteil der Stohpellets entsteht

Der Vorteil kommt selten aus einer einzelnen Position. Er entsteht, wenn mehrere Dinge zusammenkommen:

Weniger Materialverlust
Weniger Mistentsorgung
Weniger unruhige Arbeitstage
Mehr gleichmässiger Ablauf

Gerade bei mehreren Boxen wird das deutlich. Ein Stall mit 10 oder 20 Boxen spürt diese Unterschiede sofort.

Wo es sich weniger lohnt

Es gibt auch Fälle, wo der Effekt kleiner ist.

  • Wenn sehr wenig gemistet wird
  • Wenn Arbeitszeit keine Rolle spielt
  • Oder wenn das System nicht angepasst wird

Dann bleibt der Vorteil teilweise aus.

Strohpellets sind keine einfache Preisfrage. Sie verändern, wie der Stall funktioniert. Weniger Bewegung, mehr Struktur, stabilere Abläufe. Und genau daraus entsteht der wirtschaftliche Nutzen.

Am Anfang rechnet man mit Zahlen. Mit der Zeit merkt man, dass die wichtigste Veränderung im Alltag passiert. Und genau dort entscheidet sich, ob es sich wirklich lohnt.


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Jonathan Bumann von AgriPellets

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